Premiere: 10. Juni 2015 20h
am MI 13.6./ MO 15.6./ DI 16.6/ MI 17.6. um 20 Uhr


Es spielen: Maria Hengge, Volker König, Günther Treptow

Regie: Andrea Hügli,
Ausstattung: Nikolaus Granbacher
Video: Petra Zöpnek
Regieassistentin: Christina Piegger
Texbearbeitung: Marc Pommerening
Aufführungsrechte: Aljonna Möckel
Eigenproduktion des Vereins FRONTZEMENT in Kooperation mit dem WERK X

Wir danken: Christoph Birkner, Gertraud Kopp, Robert Gruber, Jakob Pfaundler, Evelin Tonko, Josefine Knauschner, Freie Musiktheater Wien, Radio FREIRAD, Kristina Kranz, Hannes Hametner

Kartenvorverkauf diemonopol Innsbruck März:
E-Mail: nick@catbull.com, gertraud.kopp@gmx.at, Tel.: 0664-2425 993 od. 0664-1036268 od. 0664-3252075

Zum Stück:
„Stalker Wunschmaschine“ erzählt von einer Provinz, die Zone heißt und einmal Heimat war. Eine durch vermeintlichen technischen Fortschritt ausgelöste Katastrophe hat die Provinz und ihre Kultur ausgelöscht, so wie heute in der ukrainischen Geisterstadt Pripyat, in der die untergegangene Sowjetunion aufgehoben ist. Die Zone ist zur streng bewachten Sperrzone geworden. Zwei Großstädter, ein Wissenschaftler und eine Schriftstellerin, vertrauen sich dem ortsansässigen Stalker an, einem Grenzgänger und Gottsucher, der illegal die Hoffnungslosen und Verzweifelten durch die Zone zu jenem Zimmer führt, in dem, wie es heißt, Wünsche wahr werden. Unterwegs werden Lebensansichten und Weltbilder der Vergangenheit wie der Gegenwart hinterfragt, Hoffnungen und Zweifel treten zutage. Die Expedition durch die entschleunigte Zone wird zur Reise in die Innenwelt der Protagonisten, zum Panorama einer gottverlassenen europäischen Zivilisation im Ost-West-Konflikt. Ist das legendäre "Zimmer der Wünsche" verwunschener Hort der Utopie oder deren Mausoleum?
Die Zone ist der „Morgen, der nicht mehr stattfand“ (Heiner Müller), aber auch der einzige Gegen-Ort zum Global-Village.

Vorlagen für die Theaterfassung: Der Film Stalker entstand in den Jahren 1978/79 als fünfter Spielfilm des sowjetischen Regisseurs Andrei Tarkowski.
Der Science-Fiction-Roman Picknick am Wegesrand von Arkadi und Boris Strugazki, erschienen 1971, diente als Vorlage für den Film Stalker

Kurzbiografien:

Maria Hengge, Schauspielerin und Regisseurin, ist am 22.3.1970 in Chicago, IL, USA geboren und in München, Deutschland aufgewachsen. 1998 hat sie ihr Schauspielstudium am Max Reinhardt Seminar in Wien abgeschlossen und bis 2005 als Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater mit Klaus Michael Grüber, Luc Bondy, Klaus Maria Brandauer und James Macdonald gearbeitet. 2005 studierte sie Spielfilmdramaturgie und Filmästhetik an der Universität in Berlin-Babelsberg. 2008 realisierte sie ihren ersten Kurzspielfilm THE LAST BUS und 2014 ihren ersten Langspielfilm SIN & ILLY STILL ALIVE, für die sie verantwortlich zeichnet für Buch, Regie und Produktion.

Volker König, Schauspieler und Regisseur, geboren 1965 in Magdeburg, 1986 Ausreise aus der DDR. Arbeitete als Bühnentechniker am Residenztheater München und fünf Jahre als Regieassistent für Frank Castorf an der Berliner Volksbühne. Seit 1989 Schauspieler, seit 1996 auch Regisseur. Unter anderem am Düsseldorfer Schauspielhaus, Theaterhaus Mitte, Staatstheater Kassel, Maxim Gorki Theater Berlin, Staatstheater Magdeburg. Zusammenarbeit u. a. mit Armin Petras, Sebastian Hartmann, René Pollesch, Fred Kelemen, Matthias Brenner, Karin Henkel, Alfred Hirche, Gabi Gysi sowie mit Andrea Hügli, Nikolaus Granbacher :Germania Tod in Berlin von Heiner Müller im Theater diemonopol und Gottes Guerilla am TLT in Kooperation mit dem Dramatikerfestival, im Theater Drachengasse bei Inge Müller: Fiam und Johnnys Jihad und Vorstellungsgespräch/Schule der Arbeitslosen Joachim Zelter. Er spielte 2008, 2010 und 2012 im Theater diemonopol im Rahmen des Theaterfestivals Innsbruck „ theatertrifft „ in der Produktion Quartett von Heiner Müller, jonkes-lufttopographie Texte von Gert Jonke und Offene Gruben Offene Fenster von Werner Schwab. 2013 in der Drachengasse Corpus Delicti von Juli Zeh. Zurzeit spielt er am Theater a. d. Ruhr in Mühlheim.

Günther Treptow: Schauspieler und Regisseur, Engagements: Theater der Courage, Theater der Jugend, Landestheater Vorarlberg, Bregenzer Festspiele, Ensembletheater, Volkstheater, Theatermanufaktur Berlin, Theater Phönix Linz, Theater Drachengasse. 1990 Gründung Verein Lebendes Theater. Inszenierte u.a. Die Palästinenserin und die ÖEA von Schöner Toni von Joshua Sobol, Irrwald von Caryl Churchill in dietheater Künstlerhaus. Im Theater Drachegasse: DEA von Fremde. Strangers. sowie die UA von Liebe in dunklen Zeiten, Libera Me und UA Oder nicht sein von Joshua Sobol. Zuletzt in diemonopol luft-topographie von Gert Jonke.

weitere Vorstellungen im Juni im Theater WERK X Eldorado in Wien:
Premiere am 10.6.2015 um 20 Uhr, am 13.6./ 15.6./16.6. und 17.6. um 20 Uhr
Kartenvorverkauf WERK X Eldorado:
www.werk-x.at

Gefördert von: Wien Kultur MA7, bmukk, Stadt Innsbruck, Land Tirol

Gastspiel | Frontzement


Premiere: 07. Dezember 2012 20h
Vorstellungen: Do :13.12 , Fr: 14.12., Sa 15.12 um 20 Uhr .


Komödie von Werner Schwab
Es spielen: Tamara Stern, Volker König
Regie: Andrea Hügli
Bühnenausstattung: Nikolaus Granbacher
Musik/Band: Blushing Melons
Video: Petronella
Assistenz: Julia Scherzer
Staghand: Jackob Pfaundler

Aufführungsrechte: S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main
Ein Projekt des Verein FRONTZEMENT im Rahmen des 3. FREIEN THEATERFESTIVALS INNSBRUCK

Info/Karten unter:
Tel: 0664- 3252075 und 0664-1036268
E-Mail: nick@catbull.com und andrea@catbull.com
www.diemonopol.net
www.freies-theaterfestival.at

Verein FRONTZEMENT ZVR: 190938434

Wir danken für die Unterstützung: Erich Sperger Palais Kabelwerk Wien, Christoph Birkner Kostümverleih, Radio Freirad, Evelin Tonko, Jackob Pfaundler .

Zum Stück:
Schwabs Stück „Offene Gruben, offene Fenster”, genau so relevant wie vor 20 Jahren ,ein Spätwerk, ist eine bitterböse und zugleich komödiantische Sprachattacke gegen die Abgründe der Bürgerlichkeit und jenen Aberglauben namens Gesellschaft.
Ein exemplarisches Paar, hineingeworfen in eine fremde und feindliche Welt, kämpft um und gegeneinander. Die Sprache wird zur Munition, im zeitlosen Kampf der Geschlechter, der keine Gewinner kennt.
„ Ein Fall von Ersprechen“ wie es im Untertitel heißt.
Man wartet auf den Messias, wie man auf Godot wartet und vom Glauben ist nichts mehr geblieben als ferne Erinnerungen an das, was einst Erlösung genannt wurde. Um die existenzielle Leere zu füllen, wird eine zynische Schachpartie der Emotionen eröffnet, die Figuren tauschen ihre Rollen, ein verbales Feuerwerk beginnt, in dem sogar die Erotik von der Rhetorik beherrscht ist. Ein Machtspiel in Worten als End-Zeitvertreib, zwei Menschen die im Begriff sind sich selbst abzuschaffen und den Freitod wählen in einer untergehenden Welt.

Werner Schwab zum Stück:
"Gesprochen wird äußerst unzufällig. Man färbt die Worte persönlich, um sich womöglich gemeinsam auszukennen. Jedes Wort, jede gedankliche Verbindung ist eigentlich ein Versuchsballon. Andererseits betrachtet man das Gesprochene wie frisches Blut, das man in den Mund nehmen will, nachdem man sich verletzt hat."

"mit dem raffzahn
du sagst es mit dem Staubwedel
ich meinte
das raschelnde überhaupt"
(Werner Schwab, 29. Jänner 1980)

„Wir sind in die Welt gevögelt und können nicht fliegen.“
Werner Schwab

Zum Autor, Werner Schwab

Werner Schwab geboren 1958, verstarb mit 35 Jahren in der Neujahrsnacht 1994.
„OFFENE GRUBEN OFFENE FENSTER“, ein selten gespieltes Stück, wurde am 18. Juni 1992 am Wiener Volkstheater im Rahmen des Donaufestivals uraufgeführt.
Die 16 Stücke, die er in seinem kurzen leben schrieb, machten ihn zum begehrten Bühnenautor, zum Skandal und zum Idol, zum Erfinder seiner unverwechselbaren Sprache – Schwabisch.
Zu Schwabs meistgespielten Stücken zählen: „Präsidentinnen“ und „Volksvernichtung oder Meine Leber ist sinnlos“.

Schauspieler /Team:

Tamara Stern, Schauspielerin:
Die 1974 in Berlin geborene Schauspielerin Tamara Stern absolvierte ihre Schauspielausbildung in Jerusalem und Tel-Aviv, wo sie bis 2000 im Ensemble des renommierten GESCHER-THEATER spielte. 2000 bekam sie den Israelischen Theaterpreis als beste Nachwuchsschauspielerin. Sie spielte in den letzten Jahren in Berlin und Wien u.a. unter Torsten Fischer, Dominique Horwitz und Arie Singer.
2009 spielte sie in Quartett von Heiner Müller im Theater diemonopol im Rahmen des Theaterfestivals „theater trifft“. In den letzen zwei Jahren Spielte Sie am Voralberger Landestheater, Theater neuebühnevillach und am Stadttheater Bozen.

Volker König, Schauspieler:
Geboren 1965 in Magdeburg, 1986 Ausreise aus der DDR. Arbeitete als Bühnentechniker am Residenztheater München und fünf Jahre als Regieassistent für Frank Castorff an der Berliner Volksbühne. Seit 1989 Schauspieler, seit 1996 auch Regisseur. Unter anderem am Düsseldorfer Schauspielhaus, Theaterhaus Mitte, Staatstheater Kassel, Maxim Gorki Theater Berlin, Staatstheater Magdeburg. Zusammenarbeit u. a. mit Armin Petras, Sebastian Hartmann, René Pollesch, Fred Kelemen, Matthias Brenner, Karin Henkel, Alfred Hirche, Gabi Gysi sowie mit Andrea Hügli, Nikolaus Granbacher :Quartett im Theater diemonopol und Gottes Guerilla am TLT in Kooperation mit dem Dramatikerfesival, im Theater Drachengasse bei Inge Müller: Fiam und Johnnys Jihad und Vorstellungsgespräch/Schule der Arbeitslosen. Er spielte 2008 und 2010 im Theater diemonopol im Rahmen des Theaterfestival Innsbruck „ theatertrifft „ in der Produktion Quartett und jonke-luft-topographie mit. Zur Zeit ist er am Theater a. d. Ruhr in Mühlheim engagiert.

Andrea Hügli, Regie :
1971 in der Schweiz geboren, seit 1994 am Musik- und Sprechtheater sowie beim
Film als Regieassistentin, Inspizientin, Script & Continuity, Dramaturgin und
Regisseurin tätig. Regiearbeiten in Österreich: Konzept und Regie für Myron
Levoys Ein Schatten wie ein Leopard und Experiment Hex von Marc Pommerening
am Theater der Jugend; Teilnahme an Drama X – 10 Autoren, 10 Regisseure, 40
Schauspieler für eine Nacht; sowie Inge Müller: Fiam, Die rote Rosa von
Ronald Pohl, Johnnys Jihad von Marc Pommerening und Vorstellungsgespräch von Joachim Zelter im Theater Drachengasse. Gottes Guerilla von Marc Pommerening für das Dramatikerfestival in Koproduktion mit dem TLT. Für das Theater diemonopol inszenierte sie; Germania Tod in Berlin von Heiner Müller, Stadt der Frauen nach Federico Fellini, Quartett von Heiner Müller und jonke-luft-topographie mit Texten von Gert Jonke, Fassung und Konzept: Andrea Hügli. Mai 2013 österreichische Erstaufführung Corpus Delicti von Juli Zeh in einer eigenen Fassung am Theater Drachengasse in Wien.

Nikolaus Granbacher, Bühnenausstattung:
1967 in Wien geboren, Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien,
Meisterschulklasse Prof. Anton Lehmden, lebt und arbeitet in Wien. Einzelausstellungen
in den Galerien Elefant, Gaudens Pedit, Galerie Thomas Flora sowie Art Tirol, Art Wien, Phillips Galerie, Fam. Bernsteiner Wien, Haas St. Johann i. T., NÖ Kulturforum. Bühnenbilder zu Tatarenschlachten, Gefangene und Penthesilea, Kasimir und Karoline (Theater Erlangen) mit Marc Pommerening sowie zu mehreren Produktionen von Robert Quitta. Zusammenarbeit mit Andrea Hügli für diemonopol Kulturwerkstätte in Innsbruck (Gründungsmitglied), Gottes Guerilla für das Dramatikerfestival in Koproduktion mit dem TLT sowie bei Inge Müller: Fiam, Die rote Rosa, Johnnys Jihad, Vorstellungsgespräch im Theater Drachengasse. Letzte Stücke/Ausstellungen: jonke-luft-topographie, Don Juan kommt aus dem Krieg, art &drum projekt

Blushing Melons, Musik:
Blushing Melons – das ist ausdruckstarker Folkrock mit Songwriter-Qualitäten, düsteren Einschlägen, balladesken Epen, ausgefeilten Kompositionen, poetischen Texten und verträumten Melodien. Der Sound der Melonen ist einzigartig und dennoch bodenständig, originell aber erfrischend ungekünstelt, kreativ und trotzdem zwanglos. Inspiriert von Künstlern wie Nick Cave, Calexico, Tom Waits, Johnny Cash und Element Of Crime, kombinieren die Innsbrucker in ihren Liedern Alternative Rock mit Country sowie anspruchsvollem Irish Folk. Die Blushing Melons sind drei Frauen und drei Männer, die vielfältige musikalische Einflüsse und Stilmittel zu einem sinnvollen Ganzen verbinden und seit über 10 Jahren Menschen mit ihrer Musik berühren.



Auf Ihr/Euer Kommen würden wir uns sehr freuen !!!
Gerog Skrenek & Nikolaus Granbacher

Palais Kabelwerk
Kulturzentrum Kabelwerk GmbH
Oswaldgasse 35A
1120 Wien
www.palaiskabelwerk.at
weitere Infos zum Programm, erscheint in Kürze .

open house | Frontzement
Premiere: 03. Februar 2011 19h


REIRAD 105.9 – diemonopol – Internationales Filmfestival Innsbruck
FREIRAD 105.9 ist übersiedelt. Nicht irgendwohin sondern, wir teilen uns nun ein ganzes Stöckelgebäude mit befreundeten Projekten. Darum möchten wir euch/Sie einladen, gemeinsam mit uns - dem Theater diemonopol, dem Internationalen Filmfestival Innsbruck - durch unseres offenes Haus zu gehen.

19:00 Eröffnung
mit Kulturstadträtin Patrizia Moser,
Erich König (Rundfunk & Telekom Regulierungs-GmbH - RTR)
Nikolaus Granbacher (diemonopol),
Markus Schennach (FREIRAD 105.9),
Helmut Groschup und Evelin Stark (IFFI)

19:45 Buffet und Umtrunk
20:00 bis 24:00 Live Sendungen auf FREIRAD 105.9
20:30 Performance von Nikolaus Granbacher
21:30 DJ Line Up

Premiere: 16. November 2010 20h
17./18./19. und 20. November 2010, 20h


Ein Theaterprojekt mit Texten von Gert Jonke
Mit:
Jaschka Lämmert
Volker König
Günther Treptow

Fassung/Regie: Andrea Hügli
Bühne/Kostüm: Nikolaus Granbacher
Musikkonzept: Ralf Metzler
Musiker: Ralf Metzler, Mario Kofler

Dramaturgische Beratung: Ingrid Ahrer
Rechte: Verlag Jung & Jung
Eine Produktion des Vereins FRONTZEMENT im Rahmen des Theaterfestivals theater trifft.

Die österreichische Provinz wird von Gert Jonke in seiner frühen Prosa neu vermessen. Er entwirft, changierend zwischen fröhlicher Apokalypse und schräg-surrealem Witz einen imaginären Kontinent, dessen Vertrautheit fremd und damit überraschend erscheint. In seiner, gleichsam aus großer Höhe entworfenen Topographie, spiegeln sich, anhand einer zutiefst verwundeten Landschaft, die Verwerfungen unserer sich zu Tode siegenden Moderne, deren Heilsversprechen sich unter der Hand in einen Alptraum verwandeln.
Das Theater „diemonopol“ unter der Regie von Andrea Hügli zeigt eine Textcollage aus den Romanen: Geometrischer Heimatroman (1969), Glashausbesichtigung (1970),
Die Vermehrung der Leuchttürme (1971).

„Es gibt nicht nur eine Heimat, sondern deren einige, wenn nicht unzählige. Ich glaube auch nicht an normale Heimaten. Ich kann nur Heimaten vermuten, die durch andere Heimaten unterbrochen werden oder auf vielfältige Weise miteinander verknüpft und verknotet sind. Oft handelt es sich hier um erfundene Heimaten oder wahrscheinlich um Heimaten in unserer Vorstellung“ .
(Gert Jonke)

Autor:
Gert Jonke (1946- 2009) war einer der wichtigsten Autoren der österreichischen Gegenwartsliteratur. Er ist mit seinen Erzählungen, Romanen und Theaterstücken weit über die Landesgrenzen Österreichs bekannt geworden und wurde im Lauf seiner Schriftstellerkarriere vielfach ausgezeichnet. 1977 war er der erste Preisträger des Ingeborg Bachmann-Preises, 1997 erhielt er den Erich-Fried-Preis und den Franz-Kafka-Literaturpreis, 2002 folgte der Große Österreichische Staatspreis für Literatur und 2005 der Kleist-Preis, 2006 der "Arthur Schnitzler"-Preis. Ende November 2008 erhielt Jonke zum dritten Mal (nach den ebenfalls von Christiane Pohle inszenierten Auftragswerken "Chorphantasie" im Jahr 2003 und "Die versunkene Kathedrale" 2005) den "Nestroy"-Autorenpreis für das beste Stück für "Freier Fall".

Im Rahmen des Theaterfestivals "theater trifft".

Kritik:

Tiroler Tageszeitung 19.11.2010
Nicht jeder Tag ist ein „Lederhosentag“

Diemonopol turnt eine Jonke-Collage und gewinnt auf allen Längen.
Von Sabine Strobl
Innsbruck – Ein paar jazzige Klänge füllen vorerst den tollen Raum des Innsbrucker Theaters „diemonopol“, das im Rahmen des Theaterfestivals „theater trifft“ mit dem akrobatischen Projekt „jonke-luft-topographie“ überrascht (eine Produktion des Vereins Frontzement). Das ländliche Österreich ist Thema bzw. seine Gesellschaft, die in einer absurden Komödie dem Untergang zusteuert. Dafür hat Regisseurin Andrea Hügli Texte aus frühen Werken Jonkes, „Geometrischer Heimatroman“, „Glaushausbesichtigung“ und „Die Vermehrung der Leuchttürme“, alle bis 1971 erschienen, verwendet.
Die Sache ist nicht unbedrohlich. Da mag die Musik noch so fein beginnen (Musikkonzept von Ralf Metzler). Die drei Erzähler des Abends, Jaschka Lämmert, Volker König und Günther Treptow, berichten von der Luft, die nicht nur in den Städten ausgeht. Von den Bäumen, die gefällt werden, weil sich dahinter schwarze Männer verbergen könnten. Neue Gesetze gelten dann auf dem blätterlosen Dorfplatz. Die drei erzählen aber auch von einem Haus am Waldrand und von einem am Bauplatz. Dann wäre da noch das Glashaus, in das man besser nicht geht. Es ist eben nicht jeder Tag ein „Lederhosentag“. Die Darsteller schreien, rezitieren, tragen lyrisch vor und flüstern im Trio, aber sie turnen den Text auch. Mit Stöckelschuhen auf dem Schwebebalken, mit Liegestützen, in der Luft auf Rohren hängend oder auf dem Klo in der Höhe von 1,70 Meter – raffiniert das Bühnenkonzept samt Wasserbad von Nikolaus Granbacher.
Von Minute zu Minute ist es spannend zu erleben, was hier mit Stimme, Musik, Körper und Licht ausprobiert wird. Manches Mal lädt eine Gedichtzeile zum Verweilen ein, manches Mal verliert man den Text im Getümmel der Sinne. Der Kreis schließt sich. Zurück zu Luft und Wald und der Hoffnung, dass sich aus Holzwürmern Mörtelwürmer entwickeln. Eine eigenwillig schöne Verneigung vor dem im vergangenen Jahr verstorbenen Schriftsteller Gert Jonke.

Kritik:

Wortgewaltige Landvermessung

Andrea Hügli bringt im „monopol“ eine Collage von Gert Jonkes früher Prosa mutig auf die Bühne
Gewaltige Sätze, Kaskaden prasseln da herab, hervor, herauf, herüber, von allen Seiten in einer raumgreifenden Inszenierung. Regisseurin Andrea Hügli hat mit „jonke-luft-topographie“ ihre eigene Collage der experimentellen Prosatexte des Sprachakrobaten Gert Jonke auf die Bühne gebracht – und das Risiko hat sich auch dank schauspielerischer Kraftakte gelohnt.
Jonkes frühe Prosaarbeiten der Jahre 1969 bis 1971 „Glashausbesichtigung“, „Verehrung der Leuchttürme“ und vor allem der bei Erscheinen Aufsehen erregende „Geometrische Heimatroman“ bilden hauptsächlich das Material dieses Nicht-Stücks.
„Das Land ist“ bei Jonke „in Rechtecke eingeteilt“, die Bühne bei Hügli durch große hölzerne Dreiecke geordnet. Jonkes Sprachgeometrie, seine Wort- und Satzbausteine, spiegeln sich im Bühnenbild und nicht nur da. Auch die Aufstellungen, die Figurenkonstellation der drei beeindruckenden Bühnenakteure Jaschka Lämmert, Volker König und Günther Treptow formen sich durch deren Raum nehmende Sprech- und Körperpräsenz zu immer wieder wechselnden dreidimensionalen Formen, in denen sich die Kräfteverhältnisse laufend verschieben.
Wenn Jonke Dinge „zerbrechen, zerbersten, zerstäuben“ lässt und auf „Lufträume“ nur „Luftblasen“ folgen, wenn er im alphabetischem Schwall neue Wortwelten aneinander reiht, sprachrhythmisch bewundernswert, oder gar „Luftleergebiete“ baut, spielt er sich, und nicht nur. In diesen hochartifiziellen Texten sind die oft so zwanghaft erscheinenden (sprachlichen) Alltagswelten, Heimaten, aufgehoben, zumindest radikal hinterfragt.
Die Sprachakrobatik der Texte findet dabei in der schauspielerischen auf der Bühne im Monopol-Keller eine nicht einfache, gelungene dramaturgische Akzentsetzung: ob in den Liegestützen von Volker König, die einen Hauch von Erschöpfung wenigstens andeuten, oder in Jaschka Lämmerts Balanceakt mit Band am Balken neben den getürmten Sektgläsern. Da wird das durch Live-Musik (Ralf Metzler, Mario Kofler) begleitete Sprachstück auch zur ironischen Revue.
Jonkes Wortwitz, diese umstürzende Sprachwelt, mag vielleicht nicht mehr als experimentelle so provokant wirken wie vor 40 Jahren. Was aber Jonkes sarkastische Ironie, mit der er oft Naturwelten darstellt, punktuell auch an gesellschaftspolitischer Aktualität hintergründig offenbart, etwa angesichts zunehmenden sicherheitspolitischen Zugriffs auf flüchtende, Heimat suchende Menschen, erstaunt: Selbst „der Schatten hinter den Bäumen“ ist nicht mehr da, in dem sich „dunkle Elemente verbergen“ könnten, weil „keine Bäume mehr“ da, um sich zu verstecken. Die Naturwelt, ins Alptraumhafte gesteigert, wird zur sozialen.
(Benedikt Sauer)

Kritik:
jonke-luft-topographie
Ein Theaterprojekt mit Texten von Gert Jonke im Theater „diemonopol“, Regie: Andrea Hügli

Die Poesie der Katastrophe

Gleich zu Beginn wird die Luft knapp. Und das kommt nicht daher, dass man – wie so oft in kleinen Theatern – in einem Kellerraum sitzt. Es kommt daher, dass die drei Protagonisten auf der Bühne (hervorragend: Jaschka Lämmert, Volker König, Günther Treptow) so eindringlich schildern, wie sie in der Stadt Atemnot bekommen. Auf dem Land eröffnen sich eventuell bessere Möglichkeiten, sich eine neue Lebensweise anzueignen: „Der Dorfplatz ist leer – wir könnten drübergehen!“
Aber die Menschen sind offenbar nicht für Idyllen geschaffen. Sie wähnen in der Natur eine Bedrohung: „In den Schatten der Bäume sind die schwarzen Männer verborgen.“ Die Wälder werden gerodet, das Land wird mit Holz getäfelt und in Rechtecke eingeteilt, deren Konturen Zäune markieren. Und dann hat auch noch jemand das Maisfeld zusammengerollt. Was will man hier im Zaun bzw. Zaum halten, wenn nicht auch die eigene „wilde“ Natur?
Dass es um Elementares geht, wird in diesen Textpassagen, die Regisseurin Andrea Hügli aus drei frühen Gert Jonke-Romanen zu einer überzeugenden, wortmächtigen Collage zusammengestellt hat, mit allen Elementen durchgespielt: Luft, Feuer, Wasser, Erde. Was das Szenario noch bedrohlicher macht: Es sind keine dumpfen Kreaturen, die ihrem Untergang entgegen dämmern, sondern Menschen, die ihr Schicksal reflektieren und mit elaborierten Codes die Katastrophe aufzuhalten oder sie schön zu reden versuchen. Die Sprache schafft Distanz zum Erlebten und täuscht einen etwaigen Handlungsspielraum nur vor: „Ich empfinde das alles als mich tief berührendes Naturereignis!“ Wer so spricht, hat seinen Bezug zur Natur – auch zu seiner eigenen – längst verloren. Was nützt es da, wenn man sich wortreich einen Schwarm Vögel zu imaginieren versteht, der gar nicht vorhanden ist. Und so werden in diesem Stück die Menschen nicht nur von einer ökologischen, sondern auch von einer psychologischen Katastrophe heimgesucht.
Jonkes geniale Wortakrobatik findet in dieser Inszenierung ein Pendant auch im körperlichen Ausdruck: Inmitten der Bruchstücke von Häusern balancieren die Schauspieler wagemutig über Balken und gleichzeitig über die Abgründe der Sprache, sie erklimmen Leitern und Bedeutungen, hanteln sich an Wortketten und Heizungsrohren entlang. Im Gegensatz zu Ralf Metzlers zurückhaltend komponiertem Musikkonzept ist das an manchen Stellen fast zu viel an Unterstreichung der eindrücklichen Sprachbilder. Wenn die Illustrationen zu dicht werden, schließt man am besten die Augen und hört einfach Gert Jonke zu. Das ist immer ein großartiges Erlebnis!
(Irene Prugger)

Gottes Guerilla | Frontzement
Premiere: 14. Juni 2009 20h
Hofgartengärtnerei 21., 26., 27., 29., 30.6 21h


Theaterstück (Open airea ) von Marc Pommerening
Kooperation Tiroler Dramatikerfestival – TLT – Frontzement Sektion Generationentheaterdiemonopol (Auftragswerk zum Hofer-Gedenkjahr) Uraufführung
Regie: Andrea Hügli, Bühne & Kostüme: Nikolaus Granbacher, Musik: Gilbert Handler, Licht : Nikolaus Granbacher, Jakob Pfaundler, Michael Reinisch, Dramaturgie: Doris Happel, Technik: Franz Fedrizzi, Regieassistenz: Matthias Letsch, Verena Schopper, Maske: Lisa Schöffler, Ankleiderin: Gabriele Mairhofer Produktionsleitung: Klaus Rohrmoser, Leiterin des Generationentheater: Gertraud Kopp, Hospitzanz: Magdalena Pircher, Carmen Pohl

Es spielen: Markus Plattner, Michel Heil, Günter Lieder, Stefan Riedl, Michael Arnold, Walter Sachers, Martina Dähne, Sarah Jung, Julia Kronenberg, Stefan Riedl, Volker König und das Generationentheater diemonopol: Rosmarie Aufderklamm, Margot Gasse, Sonja Krejci, Gudrun Obitzhofer, Karin Schebesta, Gigi Schneider, Brigitte Steib, Maria Wibmer, Walter Plattner

Inhalt:
Es ist keine historische Rekonstruktion, keine bloße Chronik der Ereignisse von 1809, die der deutsche Autor Marc Pommerening mit seinem Stück ‚Gottes Guerilla’ beabsichtigt.

"Mich interessiert, ganz grob gesagt, der Kampf der ‚alten’ katholisch-monarchistischen Traditionswelt gegen die aufgeklärte Diktatur Napoleons. Die Erfindung einer völlig neuen Organisationsform, nämlich der Guerilla. Und, bedingt durch ihre militärischen Erfolge, das Umschlagen der Aufklärung in Terror.

Ein weiterer entscheidender Aspekt: die Inszenierung eines ‚Freiheitskampfes’, die bewusste Konstruktion des Mythos Hofer. Wie entstehen Legenden, was macht ihre fortdauernde Faszination aus. Wie verhält sich die private Person zu ihrem überlebensgroßen Abglanz?

Schließlich ist ‚Gottes Guerilla’, auch bedingt durch meinen fremden Blick auf die Vorgänge, der Versuch, die Ereignisse in eine europäische Perspektive zu rücken."

Dazu ermöglicht der besondere Spielort - die Hofgartengärtnerei – eine Reise, beginnend im kaiserlichen Wien ins schöne Innsbruck und zu den bekannten Schauplätzen. Jede Ähnlichkeit mit Personen und Orten aus Gegenwart und jüngster Vergangenheit sind nicht zufällig!

Premiere: 25. Mai 2009 20h
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Theaterstück von Heiner Müller
Im Rahmen des Theaterfestivals spectrum
Es spielen: Tamara Stern und Volker König
Regie: Andrea Hügli
Bühne: N. Granbacher

Eine Produktion des Theaters „diemonopol“ im Rahmen des Theaterfestivals Innsbruck „theater trifft“.
Heiner Müllers "Quartett" basiert auf Choderlos de Laclos auch mehrfach verfilmten Briefroman "Gefährliche Liebschaften", einem sarkastischen Abgesang aufs dekadent gewordene "ancien Regime", erschienen unmittelbar vor der französischen Revolution.

Der große ostdeutsche Dramatiker geht allerdings weit über eine Nacherzählung der Vorgänge hinaus; so selbstverständlich wie unerwartet tauschen seine Figuren Rolle und Geschlecht.
Aus Laclos nachtschwarzem Reigen der Begierden und Perversionen formt Müller das grotesk zugespitzte Endspiel einer Klasse, die im Begriff ist, sich selber abzuschaffen.
„Andrea Hügli inszeniert Heiner Müllers Schlagabtausch der Geschlechter als ein schweißtreibendes Höllenspiel einer Gesellschaft in durchaus heutiger Endzeitstimmung, zu der ein extravagantes Sarggebilde aus Holz gerade passend scheint“(sst)

Quartett | Frontzement
Premiere: 25. November 2008 20h
26., 27., 28., 29. 11. 2008 20h 1., 2., 3., 4., 5., 6. 12. 2008 20h


Theaterstück von Heiner Müller
Valmont. Ich glaubte ihre Leidenschaft für mich erloschen. Woher dieses plötzliche Wiederaufflammen. Und mit so jugendlicher Gewalt. Zu spät allerdings. Sie werden mein Herz nicht mehr entzünden. Nicht noch einmal. Nie mehr. Ich sage es Ihnen nicht ohne Bedauern, Valmont. Immerhin gab es Minuten, vielleicht sollte ich sagen Augenblicke, eine Minute, das ist eine Ewigkeit, wo ich dank ihrer Gesellschaft glücklich war. Ich rede von mir Valmont. Was weiß ich von Ihren Empfindungen. Und vielleicht sollte ich besser von Minuten reden,in denen ich Sie dazu brauchen konnte,Sie,das war ihre Fähigkeit im Umgang mit meiner Physiologie, etwas zu empfinden,das mir in der Erinnerung als ein Glücksgefühl erscheint.
Sie haben nicht vergessen, wie man umgeht mit dieser Maschine.

Heiner Müllers „Quartett“ basiert auf Choderlos de Laclos auch mehrfach verfilmten Briefroman „Gefährliche Liebschaften“, einem sarkastischen Abgesang aufs dekadent gewordene „ancien Regime“, erschienen unmittelbar vor der französischen Revolution. Der große ostdeutsche Dramatiker geht allerdings weit über eine Nacherzählung der Vorgänge hinaus; so selbstverständlich wie unerwartet tauschen seine Figuren Rolle und Geschlecht. Aus Laclons nachtschwarzem Reigen der Begierden und Perversionen formt Müller das grotesk zugespitzte Endspiel einer Klasse, die im Begriff ist, sich selber abzuschaffen.

Im Rahmen von Theater-trifft.

Premiere: 12. November 2004 20h
bis 14.11.2004


Textfragment von Heiner Müller
Regie/Fassung: Andrea Hügli
Schauspieler: Horst Heiss, Volker König
Ausstattung: Mag. Nikolaus Granbacher
Objektkünstler: RedWhite
Cou Cou Comber: Band
Video: Petra Zöpnek , Affenkönig und sein Doppelgänger: Pekingoper

Dieser Abend soll eine fragmentarische Montage der interdisziplinären Kunstformen zeigen. Die Künstler beschreiben in ihren Bereichen eine Ost - West Auseinandersetzung.
Durch die verschiedenen interdisziplinären Kunstformen, die miteinander arbeiten ergibt sich eine andere Betrachtungsform des Zuschauers auf die Kunst und ihre Geschichte oder - wie es Heiner Müller beschreibt - eine " Überschwemmung".